Sergio Solero: «Ich beginne jeden Tag gleich - mit Dankbarkeit»


In der Rubrik Backstage geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorlieben.


Was tun Sie morgens als Erstes?

Ich beginne jeden Tag gleich – mit Dankbarkeit. Ich bin dankbar für einen neuen Tag, den ich mit meiner Frau beginnen darf. Wir nehmen uns bewusst Zeit für ein gemeinsames, gemütliches Frühstück. Ein Tagesbeginn ohne diesen Moment ist für mich kaum vorstellbar.

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?

Zweifellos stehen für mich die Menschen im Mittelpunkt – und ihre Entwicklung, beruflich wie persönlich.

Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?

Als ich 2023 die Diagnose Krebs erhielt, war das ein Schock. Ich fragte mich: Warum gerade ich? Wo ich doch immer versucht hatte, bewusst und gesund zu leben. Nach dem ersten Entsetzen entschied ich mich jedoch, diesen unsichtbaren Eindringling vom ersten Tag an konsequent zu bekämpfen. Heute bin ich in vollständiger Remission. Doch die Erfahrung – die intensive Chemotherapie und die Zeit im Münchener Krankenhaus, wo ich auch viele schwere Schicksale miterlebt habe – hat meinen Blick auf das Leben nachhaltig verändert. Sie prägt bis heute, wie ich jeden neuen Tag angehe.

Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?

Ich besitze einen Jeep Willys aus dem Jahr 1970 – das Auto meines Grossvaters. Er steht in den Dolomiten, meiner Heimat in Sappada, wo meine Familie herkommt. Zudem habe ich einen MINI Cooper in Mailand, wo meine Töchter leben. Wenn ich dort bin, nutze ich ihn – inzwischen dürfen ihn aber auch meine Töchter fahren, seit sie den Führerschein haben. Im Gegenzug kümmern sie sich auch um seinen Zustand. Ich habe das Autofahren im alten MINI meiner Nonna Nella gelernt. Deshalb habe ich eine ganz besondere persönliche Verbindung zu dieser Marke.

Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Selbst geben?

Gelassener sein – und den Alltag bewusster geniessen.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Auf meine Familie, meine drei Kinder. Wie wir alle haben sie ihre Ecken und Kanten. Aber sie tragen starke Werte in sich – und das ist für mich das Entscheidende.

Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?

Ich spreche mit Menschen, denen ich vertraue – je nach Thema mit meinem Team, meiner Frau oder engen Freunden.

Was ist Ihr Lieblingswein?

Amarone della Valpolicella – aus der Region, in der meine Frau geboren wurde. Da ich auch einige Zeit in Spanien gelebt habe, schätze ich zudem sehr gute spanische Rotweine, etwa aus der Ribera del Duero.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?

Geschäftlich gibt es derzeit viele Themen parallel. Persönlich habe ich wieder begonnen, regelmässig Gitarre zu spielen.

Was bewundern Sie an anderen Menschen?

Persönliche Werte, mentale Stärke, Verbindlichkeit und Hingabe.

Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?

Wie engagiert, motiviert und leistungsbereit mein Team ist.

Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?

Jeden Tag mein Bestes zu geben – zu Hause als Vater und Ehemann, aber auch im Beruf. Und dabei bewusst jeden Moment zu schätzen.

Wovor fürchten Sie sich?

Spinnen – ich mag sie einfach nicht. Vor meiner Krebserkrankung habe ich mir mehr Sorgen um mich selbst gemacht. Heute ist meine grösste Sorge, dass unsere Generation unseren Kindern keine bessere Welt hinterlässt.

Ihre Lieblingsuhrenmarke?

Ich bin kein grosser Fan von Herrenschmuck. Ich bevorzuge praktische Dinge wie die Apple Watch, die ich täglich trage und die mich dabei unterstützt, aktiv zu bleiben. Die Rolex Datejust, die mir mein Vater zu meinem Universitätsabschluss geschenkt hat, liegt meist zu Hause.

Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?

Ich hätte gerne länger in einer Band Musik gemacht. Als Teenager habe ich das kurz getan. Heute fehlt mir dafür oft die Zeit – aber wann immer es möglich ist, spiele und singe ich, auch mit Freunden.

Ihr bestes Investment?

Eine Fender Telecaster, die ich mit 18 Jahren gekauft habe. Sie ist bis heute eine fantastische Gitarre, hat mich nie im Stich gelassen und wird auch von Bruce Springsteen gespielt – meinem Lieblingssänger und Songwriter, den ich in den letzten 40 Jahren mehr als zehn Mal live erlebt habe. Ich spiele sie nur selten, aber jedes Mal ist es ein besonderer Moment.


Sergio Solero ist seit März 2024 President und CEO von BMW (Schweiz) AG. Der gebürtige Italiener ist seit 1997 für die BMW Group tätig und verfügt über langjährige internationale Erfahrung in Vertrieb, Marketing, Aftersales und Händlerentwicklung. Er war unter anderem Sales Director der BMW Group Italien sowie President und CEO der BMW Group Italien. Zuletzt arbeitete er in der Konzernzentrale in München als Vice President Retail Development.