Vermögensverwaltung: Neues Schwergewicht entsteht in Europa

Wirklich eine Überraschung ist die Ankündigung nicht: Die französische Vermögensverwaltungsgesellschaft LBP AM und ihre Tochter La Financière de l’Échiquier (LFDE) schliessen sich zu einer neuen Einheit unter dem Namen LFDE Investment Managers (LFDE IM) zusammen. Das teilte die Muttergesellschaft La Banque Postale am Donnerstag mit.

Der Zusammenschluss beziehungsweise die Integration von LBP AM und La Financière de l’Échiquier war seit längerem strategisch angelegt und wurde bereits 2023 klar vorbereitet.

Europäischer Player für aktive Vermögensverwaltung

La Banque Postale hatte damals über ihre Asset-Management-Tochter LBP AM die vollständige Übernahme von LFDE abgeschlossen. Gleichzeitig wurde bereits offen kommuniziert, dass LFDE und Tocqueville Finance enger zusammengeführt werden sollen, um einen europäischen «Conviction-Based»-Asset-Manager mit grösserer kritischer Masse zu schaffen. Nun sollen also den Worten Taten folgen.  

Mit der Fusion entsteht ein europäischer Anbieter für aktive Vermögensverwaltung mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 72 Milliarden Euro und rund 370 Mitarbeitenden, darunter 130 Anlageexperten. Die neue Gesellschaft wird in zwölf Ländern präsent sein. Nach Abschluss der Transaktion soll LFDE IM zu 75 Prozent La Banque Postale und zu 25 Prozent Aegon Asset Management gehören.

Fokus auf internationale Expansion

Die neue Plattform soll die Kompetenzen beider Häuser in den Bereichen börsennotierte und nicht börsennotierte Anlagen bündeln. Im Zentrum der Wachstumsstrategie stehen laut Mitteilung insbesondere Private Assets, festverzinsliche Anlagestrategien mit Mehrwert sowie die internationale Expansion und die Gewinnung neuer institutioneller und Wholesale-Kunden.

LFDE hatte sich nach der Integration von Tocqueville Finance in den Jahren 2023 und 2024 bereits zu einem führenden europäischen Anbieter für überzeugungsbasierte Aktienanlagen entwickelt. Ende April 2026 verwaltete das Unternehmen knapp 26 Milliarden Euro.

LBP AM wiederum baute in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in den Bereichen Zins- und Kreditstrategien, quantitative Verwaltung, Multi-Asset-Lösungen sowie European Private Markets aus.

«Beschleunigte Entwicklung»

«In einem immer stärker konzentrierten Sektor verändern sich Angebote und Anlegererwartungen mit hoher Geschwindigkeit», sagte Stéphane Dedeyan, Verwaltungsratspräsident von La Banque Postale. Das Projekt solle einen wichtigen Beitrag zur Konsolidierung und beschleunigten Entwicklung des Asset-Management-Geschäfts leisten.

Auch Emmanuelle Mourey, Verwaltungsratspräsidentin von LBP AM, sprach von einem strategischen Schritt zur Bündelung der Kompetenzen in börsennotierten und privaten Anlagen sowie zur Stärkung der internationalen Expansion.

Der Zusammenschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Arbeitnehmervertretungen, der zuständigen Gesellschaftsorgane sowie regulatorischer Genehmigungen. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet.